Botulinumtoxin
Nach der Injektion wird Botulinumtoxin von den Nervenfasern aufgenommen.
Diese gezielte Aufnahme macht man sich seit fast vierzig Jahren in der Medizin zur Senkung der Impulsübertragung von Nervenfasern auf Muskeln zu nutze:
Botulinumtoxin senkt die Freisetzung der Überträgerstoffe aus der Nervenfaser, die Muskelfaser wird weniger aktiviert, der Muskel spannt sich weniger an.
Verspannte Muskelfasern führen zur Reizung von Schmerzfasern, die ihrerseits Transmitter (Überträgerstoffe) freisetzen und damit die Muskelkontraktion und den Schmerz verstärken. Es entsteht ein
Schmerz-Verspannung-Schmerz-Teufelskreis.
Im Falle von Schmerzen durch überaktive Muskelfaser kann daher alleine die muskelrelaxierende Wirkung des Botulinumtoxins schon zur Schmerzsenkung beitragen:
Als ein weiterer schmerzstillender Effekt des Botulinumtoxins wird aber auch eine zusätzliche Verminderung der Freisetzung anderer Überträgerstoffe aus Nervenendigungen, die direkt an der
Schmerzentstehung beteiligt sind, vermutet (antinozizeptiver Effekt).
Um diesen Effekt eindeutig zu beweisen laufen derzeit groß angelegte Studien zur Behandlung von Kopfschmerzpatienten, da in den USA schon 2008 erste positive Ergebnisse belegt werden
konnte.
Derzeit gilt der Einsatz von Botulinumtoxin zur Schmerzbehandlung aber noch als „Heilversuch“, es besteht keine offizielle Zulassung für diese Indikation.
Das gute Ansprechen zahlreicher Patienten nach Versagen anderer Therapieformen rechtfertigt aber diesen Versuch.
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