Schmerztherapie

Wie entstehen chronische Schmerzen?

Schmerz dient als natürliches Warnsystem unseres Körpers, um eine schädigende Situation zu meiden. Akuter Schmerz ist daher ein wichtiger Schutzreflex. Ganz anders verhält es sich aber bei chronischen Schmerzen oder chronisch rezidivierend auftretenden Schmerzen. Diese treten unabhängig und abgekoppelt von auslösenden Reizen auf.
Ursache chronischer oder wiederholt auftretender Schmerzen ist eine veränderte Empfindlichkeit des Schmerzsystems: durch wiederholte Schmerzreize steigt die Schmerzantwort, das Nervensystem „lernt“ den Schmerz und reagiert auch auf kleinste Auslöser mit vermehrten Beschwerden.
Ein echter Teufelskreis beginnt, der die Lebensqualität der Patienten enorm einschränken kann.

Wie können diese Schmerzen behandelt werden?

Gerade Menschen mit chronischen Schmerzen haben schon viele Therapien probiert. Zunächst sind es verschiedene Schmerzmedikamente, die ausprobiert werden, bis hin zu Physiotherapie, manuelle Medizin, Akupunktur und Entspannungsverfahren. Die leider nicht immer erfolgreiche Suche führt sie von Arzt zu Arzt. Das Gefühl der Ohnmacht und der Hoffnungslosigkeit mündet dann nicht selten bei psychischen Störungen (Depressionen).

Nun zeichnet sich Hilfe ab. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit gelang es uns nachzuweisen, dass sowohl die Injektion von Hyaluronsäure als auch eine geringe Menge von Botulinumtoxin bei schmerzhaften Muskelverspannungen zu signifikanten Verbesserungen des Muskeltonus führen kann. Oftmals lässt sich damit auch auf den Einsatz von Schmerzmitteln ganz verzichten.

Besonders gute Erfahrungen haben wir bei

  • schmerzhaften Verkrampfungen der Kaumuskulatur (unwillkürliches Zusammenbeissen der Zähne, nächtliches Knirschen, Bruxismus)
  • Verspannungen der Nackenmuskulatur mit Verspannungskopfschmerzen
  • Neuralgien

Diese Behandlung ist nebenwirkungsfrei und hält nach unserer Erfahrung während rund 6 Monaten an. Weitere Indikationen werden folgen.

Myofasziale Schmerzen (Fibromyalgie - Syndrom)

Das myofasziale Schmerzsyndrom (MPS) ist durch akute und/oder chronische Schmerzen der Muskulatur und der angrenzenden Sehnen und Faszien charakterisiert. Die betroffenen Patienten leiden unter dumpfen bis brennenden Schmerzen sowohl in Ruhe als auch nach längerem Sitzen oder Liegen in der „Anlaufphase“.
Häufig findet man bei diesen Patienten sogenannte Myofasziale Triggerpunkte.
Das sind überempfindliche, tastbar verhärtete Stellen in einem Muskel und dessen Faszie, die auf Druck schmerzhaft sind und von denen sowohl Schmerzen als auch funktionelle Störungen in einem größeren Areal ausgelöst werden können („referred pain“).
Solche Störungen sind neben schmerzhaften Verspannungen und Bewegungseinschrän-kungen zum Beispiel auch symptomatische Kopfschmerzen.
Triggerpunkte können im Nacken-Kopf- und Gesichtsbereich in allen Muskeln vorkommen. Besonders häufig findet man sie im Schulter-Nackenbereich. Die Lokalisation erfolgt durch genaues Tasten und Beobachtung der Schmerzausstrahlung.


Interessanterweise stimmen Triggerpunkte auffallend oft mit den von der klassischen chinesischen Medizin festgelegten Akupunkturpunkten überein. Die Behandlung dieser Triggerpunkte zum Beispiel durch Akupunktur oder Mesotherapie ist ein bestens bewährter Therapie-Ansatz, um Schmerzsyndrome zu verbessern.


Die Injektion von Botulinumtoxin in die Triggerpunkte ist ein zusätzlicher Ansatz, der folgendermaßen funktioniert:
Da bei der Schmerzentstehung eine krankhaft gesteigerte Muskelaktivität ursächlich eine Rolle spielt, nutzt man einerseits die direkte muskelentspannende Wirkung. (s.o.) Gleichzeitig beeinflusst das Botulinumtoxin auch die Schaltstellen, die für die körperinterne Rückmeldung zur Muskelspannung verantwortlich sind, die Muskelspindeln. Wenn diese nach Botulinumtoxin- Gabe weniger feuern, können sich Triggerpunkte „entkrampfen“.